Quirion

Quirion nimmt für sich in Anspruch, die erste Onlinevermögensverwaltung zu sein, die auch schon für kleinere Anlagebeträge aktiv wird. Es handelt sich bei diesem Unternehmen um eine 100prozentige Tochter der Quirin Bank mit Sitz in Berlin. Die Quirin Bank war das erste deutsche Geldhaus, welches eine Vermögensverwaltung auf Honorarbasis vor Ort angeboten hat. Dieses Prinzip soll jetzt mit quirion online weiter fortgesetzt werden.

Das Depot

Die Vorgehensweise bei quirion weicht nur begrenzt von der Arbeitsweise herkömmlicher Vermögensverwalter ab, die Abweichungen betreffen jedoch einschneidende Faktoren. Zum einen ist die Vermögensverwaltung bereits ab 10.000 Euro möglich. Auf der Homepage des Anbieters findet sich ein Renditerechner, der abhängig von der gewünschten Rendite die Depotallokation vorgibt. Anleger können so erkennen, wie hoch die Aktienquote und wie hoch die Anleihequote bei ihrem Investment sein wird. Der Schwerpunkt der Vermögensverwaltung liegt auf der Anlage in Indexfonds und ETFs (Exchange Trading Funds).

Der Kern des Angebotes liegt nicht, wie bei anderen Brokern, im Handel selbst. Dies würde dem Begriff der Vermögensverwaltung zu wider laufen. Kern ist vielmehr die Homepage der Bank, die es dem Anleger ermöglicht, nicht nur die Vermögensaufteilung in Abhängigkeit der Renditeerwartung zu sehen. Historische Daten, die ebenfalls Einfluss auf die Börsen hatten, können in der Simulation der Wertentwicklung ebenfalls betrachtet werden. Große quirion Erfahrungen gibt es noch nicht, da die Seite erst im November 2013 freigeschaltet wurde. Aus diesem Grund kann quirion auch keine historischen Erfolge liefern, allerdings zeigt eine Simulation ausgehend vom Jahr 2013, wie sich ein Investment dort entwickelt hätte.

Für die Anleger stehen die unterschiedlichsten Anlageansätze zur Verfügung. Wer sich bei deutschen Aktiengesellschaften am wohlsten fühlt, wird sich für die Variante „Wirtschaftsmotor Deutschland“ entscheiden. Anleger, die Befürchtungen vor einem Zusammenbruch des Euros haben, können sich für das Depot mit dem klangvollen Namen „Eurocrash“ entscheiden. Die Ausrichtung dieses Depots ist so aufgestellt, dass im schlimmsten Fall, dem Zusammenbruch der Gemeinschaftswährung, immer noch eine Rendite von mehr als 3,5 Prozent pro Jahr erwirtschaftet wird. Eine andere Option ist die Aufteilung auf Investments aus Japan und Deutschland. Auf Befürchtungen, dass die Inflationsrate weiter rückläufig ist, können Anleger mit der Depotvariante „Stagnation“ reagieren. Neben den vorgestellten fertigen Portfolios bietet quirion natürlich auch noch eine von möglichen Szenarien losgelöste Variante der Depotstrukturierung an. Diese orientiert sich ausschließlich an den Renditeerwartungen der Anleger. Dabei reicht die Bandbreite von Anleihen bis hin zu Investments in Emerging Markets. Eine notwendige Liquidität wird dabei ebenfalls berücksichtigt.

Die unterschiedlichen Szenarien, hinterlegt mit den Grafiken der historischen Daten und prognostizierten Wertentwicklungen, geben interessierten Anlegern die Möglichkeit, sich ein genaues Bild von den wahrscheinlichen Erfolgen zu machen. Wer seine Anlageentscheidung von einem Profi unterstützt wissen möchte, kann auf die Honorarberatung zurückgreifen.

Einige Banken stellen die Vermögensberatung auf Dachfondsbasis zur Verfügung. Wer sich diese Variante anschaut, stellt fest, dass in den meisten Fällen ein Agio in Höhe von fünf Prozent berechnet wird, von der jährlichen Depotverwaltungsgebühr einmal ganz abgesehen. Quirion berechnet seinen Kunden demgegenüber einmal jährlich lediglich 0,38 Prozent jährlich auf das Anlagevolumen. In dieser Größenordnung beeinflussen die Kosten die Rendite nur noch marginal. Vermögensverwaltungen anderer Institute, auch wenn sie nicht auf Dachfonds basieren, sind deutlich teuerer. Ebenfalls ein Novum bei der Vermögensverwaltung durch die Berliner ist die Rückführung von verdeckten Kosten an die Kunden. Die viel diskutierten Kick-Back Zahlungen der Kapitalanlagegesellschaften an die Vermittler spielen bei quirion keinerlei Rolle, da sie eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden. Anleger, die gerne in Wertpapiere investiert sein möchten, aber weder die Zeit noch die Kenntnisse haben, sich ausführlicher mit der Börse zu beschäftigen, sind bei quirion sicherlich gut aufgehoben.

Weiterführende Anbieterinformationen

Der Ideengeber zu quirion, Karl Matthäus Schmidt, ist als Leiter der Quirin Bank kein Unbekannter in der Finanzszene. Erstmals machte er mit der Gründung von Consors von sich reden. Dabei handelte es sich um den ersten deutschen Onlinebroker, ein Tochterunternehmen der Schmidt Bank. Nach seinem Börsengang wurde Consors an die BNP Parisbas verkauft und ist seit dem in Deutschland als Cortal Consors bekannt. Das nächste Novum, das Schmidt den deutschen Anlegern bescherte, war die honorarbasierte Anlageberatung durch die Quirin Bank AG. Dieses Modell der Anlageberatung entwickelte sich so erfolgreich, dass es neben dem Hauptsitz in Berlin inzwischen 13 Niederlassungen mit Honorarberatern bundesweit gibt. Schmidt wurde aufgrund seiner kundenorientierten und für die Banken und Sparkassen vor Ort geradezu revolutionären Lösungen mehr als einmal als das Enfant terrible in der deutschen Finanzwelt bezeichnet.